| | BRAUEN MIT EINEM BIER-KIT | |
| |  | |
| | | |
| | Beim Brauen mit Bierkits spart man sich alle Schritte bis zur Herstellung der Würze. Das heisst aber nicht, dass das Brauen ein Kinderspiel ist. Nach wie vor muss man sorgfältig vorgehen und kann zudem eine Menge, insbesondere über die Arbeit der Hefe, lernen. Für Anfänger dürfte dies der beste Einstieg in das Hobbybrauen sein.
| |
| | | |
| | Der Brau-Vorgang | |
| | Vorbereitung | |
| | Legen Sie sich die Zutaten für Ihr Rezept (Bierwürze-Konzentrat, Zucker, Bitterhopfen - wenn mit einem ungehopften Konzentrat gearbeitet wird - und Hefe) und das benötigte Zubehör (Küchenwaage, Rührlöffel, Gärbehälter, etc.) zurecht.
Gärbehälter und Braugeräte müssen vor Braubeginn gründlich gereinigt werden!
|  |
| |
| | Einwiegen der Zutaten | |
| | Wiegen Sie die Zutaten mit Ihrer Haushaltswaage gemäß den Rezeptangaben gut aus. Sehr praktisch ist eine Haushaltswaage mit Zuwiegefunktion, auf die Sie dann direkt den Gärbehälter stellen können!
|  |
| |
| | Zugabe von kochendem Wasser | |
| | Geben Sie die Bierwürze in den Gäreimer. ( Tipp: Spülen Sie die Dosen mit koch. Wasser nach, so lösst sich alles besser in der Dose. VORSICHT die Dose wir sehr heiß dabei ) Geben Sie für einen 10-Liter-Ansatz 2 Liter kochendes Wasser (in kochendem Wasser löst sich das Bierwürze-Konzentrat wesentlich leichter als in kaltem Wasser) hinzu und...
|  |
| |
| | Vollständiges Auflösen | |
| | ... rühren Sie gut um, bis sich alle Zutaten komplett aufgelöst haben. Zur Kontrolle können Sie den Gärbehälter ein wenig kippen, um zu kontrollieren, ob sich auf dem Boden noch ungelöste Rückstände des Bierwürze-Konzentrates oder von Zucker befinden.
|  |
| |
| | Auffüllen mit kaltem Wasser | |
| | Füllen Sie für einen 10-Liter-Ansatz den Gärbehälter bis zur 10-Liter-Marke mit kaltem Wasser auf und rühren Sie nochmals gut durch.
Es ist wichtig, mit kaltem Wasser aufzufüllen! So erhalten Sie praktisch automatisch die für obergärige Hefen richtige Gärtemperatur.
Bei der Verwendung von untergärigen Hefen beachten Sie bitte die dort beiliegende Anleitung!
|  |
| |
| | Zugabe der Hefe | |
| | Geben Sie nun die Hefe (entweder die obergärige Trockenhefe oder eine vorbereitete Flüssig-Hefe) in den Sud.
Bei der obergärigen Hefe streuen Sie einfach die Hefe auf die Oberfläche des Sudes. Noch besser ist es, wenn Sie die Hefe rehydrieren, d.h das Päckchen in einer Tasse voll Würze geben und diese nach 15 Minuten gut durchrühren und dann in den Sud geben. Bierhefe verträgt dabei nur eine Temperatur bis max. 35 Grad. Also Temperatur beachten.
Wenn Sie eine Flüssig-Hefe verwenden, beachten Sie bitte die Hinweise des herstellers für Flüssig-Hefen.
|  |
| |
| | Auflösen der Hefe | |
| | Bei Verwendung der obergärigen Trockenhefe warten Sie ca. 2 Minuten, bis die Hefe auf der Oberfläche des Sudes ein wenig quellen konnte.
Danach rühren Sie gut durch!
|  |
| |
| | Zugabe des Bitterhopfens | |
| | Wenn Sie mit einem ungehopften Konzentrat arbeiten, geben Sie jetzt den Bitterhopfen zu. Messen Sie die gewünschte Menge gut ab, da der Bitterhopfen-Extrakt sehr ergiebig ist.
Direkt nach dem Bitterhopfen kann auch ggf. der Aromahopfen mit der Pipette hinzugegeben werden.
|  |
| |
| | Auflösen des Bitterhopfens | |
| | Rühren Sie den Sud gut durch, damit sich der Bitterhopfen (und bei Zugabe auch der Aromahopfen) gut vermischt.
|  |
| |
| | Auflegen des Deckels | |
| | Wenn Sie mit einem Gäreimer ohne arbeiten, legen Sie den Deckel des Gärbehälters jetzt lose auf. Der Deckel darf nicht fest zugepresst werden, da sonst die entstehende Kohlensäure nicht entweichen kann.
|  |
| |
| | | |
| | |  | Der Deckel ist nur lose (!) aufgelegt!
| |
| | Auflegen des Deckels bei einem Gäreimer mit Gär-Röhrchen | |
| | Wenn Sie mit einem Gäreimer mit Gär-Röhrchen arbeiten, dann pressen Sie den Deckel des Gärbehälters fest zu.
|  |
| |
| | Einsetzen des Gär-Röhrchens | |
| | Befüllen Sie das Gär-Röhrchen zu ca. 1/3 mit Wasser, setzen Sie es mit der Gummidichtung fest in das Loch des Gärbehälters ein. Die durch die Vergärung entstehende Kohlensäure kann jetzt über das Gär-Röhrchen entweichen, aufgrund der "Wasser-Barriere" kann aber keine Luft zurückfließen. Der Sud ist damit quasi luftdicht abgeschlossen und vor den Bakterien aus der Luft weitgehend geschützt.
|  |
| |
| | Beginn der Gärung | |
| | Je nach Art der verwendeten Hefe-Sorte sollte der Gärbehälter jetzt an einem von der Temperatur her geeigneten Ort stehen.
Wenn Sie mit der obergärigen Trockenhefe arbeiten, benötigen Sie einen Raum von ca. 18 bis 24 Grad Grad Celsius; bei Verwendung einer untergärigen Flüssighefe benötigen Sie eine Raumtemperatur (oder Kühlschrank-Temperatur) von ca. 9 bis 13 Grad Celsius.
|  | Zu Beginn der Gärung sieht man meist vereinzelt feine Schaum-Bläschen auf der Sud-Oberfläche
| |
| | | |
| | |  | Der Beginn der Gärung ist schon weiter fortgeschritten! Die Anzahl und die Größe der Schaum-Inselchen nehmen zu!
| |
| | Hauptgärung | |
| | Je nach Hefe- und Biersorte kann das Bild der Hauptgärung auch anders aussehen. Es kann sich auf der Oberfläche ein Schaum-Teppich bilden, auf dessen Oberfläche je nach Hefesorte sich wiederum (hell) brauner Hefeschlamm befindet.
|  | Die Hauptgärung beginnt.
| |
| | | |
| | Bitte beachten Sie: manchmal läuft die Gärung nicht ganz so "stürmisch" ab, wie auf unseren Fotos. Gerade wenn beispielsweise mit einem Gär-Röhrchen gearbeitet wird, bildet sich möglicherweise nur sehr wenig oder fast gar kein Schaum. Das ist kein Grund zur Beunruhigung! Wichtig ist lediglich, dass kleine Kohlensäure-Bläschen an die Oberfläche steigen. Sobald Sie diese Bläschen feststellen können, ist ihr Sud - auch ohne viel Schaumbildung - in der Vergärung!
|  | Die Hauptgärung läuft in vollen Zügen ab!
| |
| | | |
| | |  | Beispiel für eine besonders kräftige Hauptgärung. Man sieht hier sehr schön den brauen Hefeschlamm auf dem Schaum!
| |
| | | |
| | |  | Die Hauptgärung neigt sich dem Ende zu, ist aber noch nicht abgeschlossen! Der Schaum wird grossporiger, es ist noch etwas Hefeschlamm auf der Oberfläche des Schaumes zu sehen.
| |
| | Ende der Gärung | |
| | Die Dauer der Hauptgärung hängt von der Biersorte, von der Bierhefe und von der Raumtemperatur ab. Man kann das Ende der Vergärung daran erkennen, dass praktisch kaum noch Gasbläschen aufsteigen und sich auf der Oberfläche vereinzelt nur noch kleine Schauminselchen bilden. Erst nach Beendigung der Gärung darf abgefüllt werden.
Das Ende der Gärung können Sie zweifelsfrei mit einer Bierwürze-Spindel bestimmen. Wie das geht, lesen sie am Ende dieses Artikels.
|  | Ende der Gärung; es kann abgefüllt werden!
| |
| | Abfüllen des Sudes | |
| | Nach Beendigung der Gärung muss der Sud auf Bierflaschen oder Bierfässer abgefüllt werden.
Es erfolgt nun die Nachgärung in der Bierflasche, bei der sich die Kohlensäure bildet, die beim Öffnen der Bierflasche das typische "Plöp" hervorruft.
Sollte beim Öffnen einer Flasche noch kein "Plöp" zu hören sein, so ist die Nachgärung noch nicht abgeschlossen. Das Bier schmeckt in diesem Fall sehr wahrscheinlich noch süß, da sich der Zucker für die Nachgärung noch nicht komplett umgesetzt hat, und es enthält auch noch nicht genug Kohlensäure (daher noch kein Plöp).
Auch nach Abschluss der Nachgärung sollte das Bier ruhig noch ein wenig lagern und reifen können, um seinen Geschmack voll zu entfalten.
|  |
| |
| | Der Genuss | |
| | Gut Ding will Weile haben! Lassen Sie das Bier reifen!
Die Reifezeit ist auch eine Frage des persönlichen Geschmacks. Probieren Sie es einfach aus und sagen dann ... PROST!
|  | Quelle: Deutscher Brauerbund e. V.
| |
| | | |
| | Tipp: Arbeiten mit der Bierwürze-Spindel
| |
| | | |
| | Mit einer Bierwürze-Spindel kann der Abfüllzeitpunkt exakt ermittelt werden.
Um eine korrekte Messung durchführen zu können, sollte die Messung nicht im Gärbehälter durchgeführt werden, da die durch die Vergärung entstehenden Kohlensäure-Bläschen die Spindel nach oben drücken und man somit einen falschen Messwert an der Spindel abgelesen würde. |  |
| |
| | | |
| | Füllen Sie deshalb etwas Biersud über den Auslaufhahn zunächst in ein größeres Gefäß (z. B. einen Haushalts-Messbecher) ab und rühren Sie den Sud kräftig durch, damit die Kohlensäure entweichen kann. (Würden Sie den Sud direkt im Gärbehälter durchrühren um eine Messung mit der Spindel vornehmen zu können, so würde der dort entstehende Hefebodensatz aufgewirbelt werden! Auch würde der natürliche Verlauf der Gärung gestört werden, denn die "inaktiven" Hefe-Zellen setzen sich aus "gutem Grund" auf dem Boden des Gärbehälters ab und sollten dann auch dort bleiben!) |  |
| |
| | | |
| | Gießen Sie den Sud nun in den Zylinder und lassen Sie die Spindel vorsichtig (!) hineingleiten. Lassen Sie bitte die Spindel nicht "hineinfallen", da sowohl der Zylinder als auch die Spindel aus Glas sind und die Geräte sonst Schaden nehmen könnten.
Warten Sie einige Augenblicke, bis sich die Spindel eingependelt hat. Wichtig ist, dass die Spindel frei schwimmt und nicht die Wände des Zylinders berührt. Sollte das der Fall sein, richten Sie den Stand des Zylinders so aus, dass der Zylinder "genau" senkrecht steht; dann wird auch die Spindel frei schwimmen! |  |
| |
| | | |
| | Lesen Sie jetzt den Wert ab, bis wie weit die Spindel eintaucht.
Dieser Wert wird sich im Laufe der Vergärung ändern: Zum Anfang der Vergärung werden Sie einen höheren Wert ermitteln, der dann immer weiter abnimmt.
Zum Ende der Vergärung wird sich der Wert auf einen niedrigen Wert, dem sog. Endvergärungsgrad, einpendeln.
Der Wert wird allerdings nie "0" erreichen, da jeder Biersud auch unvergärbare Anteile besitzt!
Wichtig! Wenn sich der Wert an mindestens zwei aufeinander folgenden Tagen nicht mehr ändert, kann der Sud abgefüllt werden. |  |
| |
| | | |
| | Unser Tipp: Wenn Sie während eines Gärverlaufs mehrere Messungen durchführen wollen, so entnehmen Sie einmalig Ihrem Ansatz etwas Sud (aber erst nach der Hefe-Zugabe!) und lassen diesen parallel zu dem Sud im Gärbehälter im Zylinder vergären. Dort können Sie dann laufend Ihre Messungen durchführen. Decken Sie den Zylinder mit Plastikfolie ab, um den Sud im Zylinder vor Verunreinigungen zu schützen.
Vor jeder neuen Messung sollten Sie den Sud aus dem Zylinder in einen Haushaltsmessbecher umgießen, um die Kohlensäure herausrühren zu können. Danach geben Sie den Sud zurück in den Zylinder und führen die Messung durch.
Geben Sie den Sud aus dem Zylinder nach Ende der Vergärung nicht zu dem Sud im Gärbehälter. Aufgrund der häufigen Messvorgänge könnte der Sud im Zylinder sich mit Bakterien infiziert haben und würde diese auf den kompletten Sud übertragen. Füllen Sie deshalb den Sud aus dem Zylinder in einer kleinen separaten Flasche ab. |  |
| |
| | | |
| |
zitiert mit "Text und Bilder mit freundlicher Genehmigung der Firma Bier-Kwik"
|  |
| |